Kurze Reusrather Kirchengeschichte

Die Geschichte der Kirchengemeinde Reusrath reicht mindestens bis ins 11. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammen ein 2008 bei Ausgrabungen an der Kirchenwüstung am Markt gefundenes Skelett und auch die erste Kapelle.
Baudenkmaltafel
Datum:
15. März 2020
Von:
Ortsausschuss St. Barbara

Die erste Kirche

Die Geschichte der Kirchengemeinde Reusrath reicht mindestens bis ins 11. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammen ein 2008 bei Ausgrabungen an der Kirchenwüstung am Markt gefundenes Skelett und auch die erste Kapelle. 1281 wird dann die Ortschaft Reusrath erstmals urkundlich erwähnt, um 1480 das Barbara-Patrozinium der Reusrather Kapelle erwähnt, die bis etwa 1670 zur Pfarre Rheindorf gehörte. Um die Jahrhundertwende vom 16. zum 17. Jahrhundert war Reusrath etwa 30 Jahre lang, jedoch nicht einheitlich, evangelisch. Nach der Beruhigung der Verhältnisse gründeten die evangelischen Christen 1683 ihre "Kombinierte Kirchengemeinde Reusrath-Richrath-Opladen" und die katholische Gemeinde wurde um 1670 zur Pfarre erhoben. Die folgende Zeit war von einer Erneuerung des katholischen Glaubens, aber auch von einer "törichten Rivalität" zwischen den Konfessionen geprägt. Deswegen und wegen wachsender Baufälligkeit wurden ab 1880 Spenden für den Bau einer neuen Kirche an heutiger Stelle an der Trompeter Straße gesammelt. Mit der Planung einer solchen wurde 100 Jahre nach dem Bau der zweiten Kirche Theodor Roß (1864-1930) beauftragt, der die Planungen 1896 nach mehreren Änderungen beendete.

Die zweite Kirche

1791/92 wurde die zweite, größere Kirche an derselben Stelle am Markt errichtet. Sie war nur etwa 14 x 9 Meter groß und war im Innenraum weniger durch die architektonische Gestaltung, als von der Ausstattung und Möblierung geprägt." Noch heute gehören einige Sakralgegenstände aus der alten Kirche zur Kirchenausstattung. Zwischen 1871 und 1890 stieg die Katholikenzahl in Reusrath um mehr als 30 Prozent von 1.168 auf 1.536, sodass die Kirche zu klein wurde.

Die heutige dritte Kirche

Die neue Kirche wurde am 20. März 1898 durch den Kölner Weihbischof Hermann Joseph Schmitz (1841-1899) konsekriert, ein Jahr später waren die Arbeiten an der Kirche beendet. Die Übersetzung der Weiheurkunde lautet:

 

Hermann Joseph Schmitz

Durch die Barmherzigkeit Gottes und die Gunst des Heiligen Stuhls

Titularbischof von Zela und Suffraganbischof von Köln

allen bei der Lektüre Anwesenden einen Gruß im Herrn

 

Wir geben kund und bestätigen, daß wir am 20. März 1898 die neue Pfarrkirche zu Reusrath und ihren Hauptaltar zur Ehre der hl. Barbara, Jungfrau und Märtyrin, geweiht und im Altar Reliquien des Hl. Evergislus, Bischof von Köln und Märtyrer, des hl. Märtyrers Paulinus und der heiligen Märtyrinnen und Gefährtinnen der hl. Ursula, Jungfrau und Märtyrin, beigesetzt haben. Wir gewähren, daß jeder Gläubige einen Ablaß, heute für ein Jahr und am Jahrestag der Kirchweihe für vierzig Tage, durch den Besuch der Kirche und in der in der Kirche üblichen Form gewinnen kann.

Wir erklären auch, daß wir zwei Nebenaltäre am o.g. Tag geweiht haben. Den Altar auf der Evangelienseite zur Ehre der Seligen Jungfrau Maria, und den anderen auf der Epistelseite zur Ehre des hl. Papstes und Märtyrers Kornelius, des hl. Bischofs und Bekenners Hubertus, des hl. Abtes Antonius, des hl. Märtyrers Quirinius und des hl. Märtyrers Sebastian. In ihnen habe ich Reliquien des hl. Märtyrers Paulinus und der heiligen Märtyrer und Gefährten des hl. Märtyrers Gereons beigesetzt.

In Reusrath gegeben am o.g. Tag, Monat und Jahr und mit unserer Unterschrift und unserem Siegel und der Unterschrift meines Sekretärs gekennzeichnet.

 

+ Hermann Joseph

Titularbischof von Zela und Suffraganbischof von Köln

Georg Hütten

Sekretär

 

Der Bau der neuen, neugotischen Kirche wurde 1899 - ein Jahr nach der Kirchweihe - fertiggestellt.