Orgel und Glocken

Die aktuelle Orgel wurde 2002 geweiht und ersetzt einen Vorgänger aus dem Jahr 1925. Die vier Glocken wurden 1954 gegossen.
Blick zur Orgel
Datum:
15. März 2020
Von:
Ortsausschuss St. Barbara

Die Orgel - Orgelgeschichte in St. Barbara

Bis 1925 existierte in der Kirche nur ein Harmonium. Dieses wurde - nachdem 1924 das Angebot über eine gebrauchte Orgel abgelehnt wurde - durch einen Orgelneubau der Fa. Seiffert ersetzt. Für diese neue Orgel musste die Orgelbühne umgebaut und tiefer gelegt werden. 1959/60 wurde diese Orgel überholt und erhielt eine elektrische Traktur. Außerdem wurde sie zu den Seiten verlagert, um mehr Platz für den Chor zu schaffen. Die Orgel hat bei den Arbeiten in der Kirche in den Jahren 1965/66 derart gelitten, dass sie 1970 restauriert werden musste. Auch nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten in den 70er und 80er Jahren wies die Orgel wieder Funktionsstörungen auf, dass sie nach mehreren Gutachten des Orgelsachverständigen des Erzbistums (1996/97) durch eine neue ersetzt werden sollte. Diese wurde von der Fa. Schulte, Kürten/Bechen gebaut und in ein vorhandenes Orgelprospekt aus St. Matthäus in Niederkassel (erworben 2000) eingebaut wurde. Sie wurde am 23. November 2002 durch Weihbischof Dr. Friedhelm Hofmann geweiht.

 

 

Disposition der Orgel

I. Manual (Hauptwerk)

1. Bordun 16'
2. Principal 8'
3. Offenflöte 8'
4. Salicional 8'
5. Octave 4'
6. Gedeckt 4'
7. Superoctave 2'
8. Cornet 3fach
9. Mixtur 1 1/3 ' 4fach
10. Trompete 8'

 

II. Manual (Schwellwerk)

11. Holzflöte 8'
12 Viola da Gamba 8'
13 Vox coelestis 8'
14. Flûte octaviante 8'
15. Nasard 2 2/3'
16. Flageolette 2'
17. Terz 1 3/5'
18. Fourniture 2' 4fach
19. Trompette harm. 8'
20. Hautbois 8'
21.

Vox humana

Tremulant

8'


Pedal

22. Subbass 16'
23. Octavbass 8'
24. Gedecktbass 8'
25. Choralbass 4'
26. Posaune 16'

 


Spielhilfen

 
Sub
II-II
 
Sub
II-I
 
Super
II-P

Koppeln
II-I
I-P
 
 
Anzahl der Pfeifen: 1570
 
Zungenpfeifen: 254
Labiale Pfeifen: 1316

Holzpfeifen: 228
Metallpfeifen: 1342
 
 

Die Glocken

Alle Glocken wurden 1954 aus Gussstahl gegossen. Glockengießer war der Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation.

Glocke I 5143 II 5141 III 5158 IV 5147
Glockenname Petrus Joseph Maria Barbara
Durchmesser 1800 mm 1510 mm 1350 mm 1180 mm
Gewicht 2104 kg 1299 kg 956 kg 751 kg
Schlagton d' e' fis'


Geläutemotive

Glocken I-IV

O Heiland, reiß die Himmel auf (GL 231)
Dank sei dir Vater (GL 484)
 

Glocken I-IV

Präfationsgeläutemotiv (Per omnia saecula saeculorum)
 

Glocken II-IV

Pater noster (GL 589,3)
Maria, breit den Mantel aus (GL 849)
Requiem, Intr. Missa Pro Defunctis
Vidi aquam, Antiphon Tempore Paschali (GL 125) 
 

Inschriften

Glocke I: Petrus-Glocke
SANCTE PETRE 
ORA PRO NOBIS 
DISCORDIAS FRANGO - DONA NOBIS PACEM 
A. S. MARIANO 1954 PAPA PIO XII. 
ARCHIEPISCOPO COLON. 
JOSEPH, CARDINALI FRINGS 
PAROCHO REUSRATHENSI PETRO MIRRACH, 
DECANO OPLADENSI 
EX FABRICA AERARIA – BOCHUM ORIMUR 
(Symbol d. Hl. Petrus)


(Hl. Petrus, bitte für uns. Zwistigkeiten breche ich, gib uns Frieden. Im hl. Marianischen Jahr 1954 unter dem Papst Pius XII., dem Erzbischof von Köln Kardinal Frings, dem Reusrather Pfarrer Peter Mirrach, Dechant von Opladen, hergestellt vom Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation.)

 
Glocke II: Joseph-Glocke
SANCTE JOSEPH 
ORA PRO NOBIS 
MORTUOS PLANGO 
PLUS REQUIESCANT IN PACE
(Symbol d. Hl. Joseph)


(Hl. Joseph, bitte für uns. Die Toten beklage ich, sie mögen immer in Frieden ruhen.)

 
Glocke III: Marien-Glocke
SANCTA IMMACULATA 
ORA PRO NOBIS 
CORDA TANGO PLUS SURSUM CORDA 
(Symbol der Immaculata)


(Hl. Unbefleckte, bitte für uns. Die Herzen rühre ich, mehr ich erhebe sie.)

 
Glocke IV: Barbara-Glocke
SANCTA BARBARA 
ORA PRO NOBIS 
VIVOS VOCO PLUS VENITE ADOREMUS 
(Symbol d. Hl. Barbara)


(Hl. Barbara, bitte für uns. Die Lebenden rufe ich, mehr: kommt lasset uns anbeten.)

 
 

Klangliche Beurteilung des Geläutes nach Musikdirektor Jakob Schaeben, Euskirchen bei Köln (1905-1980) 

Die Gegenüberstellung der Klangstrukturen zeigt, - und dieselbe Feststellung konnte beim Probeläuten gemacht werden, - dass nicht nur die Schlagtöne, sondern auch die wichtigsten Summtöne in denkbar guter Reinstimmung getroffen sind. Ebenso sind bei den Glocken II, III und IV die bei früheren Bochumer Glocken so sehr gefürchteten Nebenshlagtöne in fast strichreine Quarten gerückt; nur der Quartschlag der I klingt noch stark alteriert, jedoch auch, ohne in den Bereich des Tritonus zu geraten. Die durch ihn beim Zusammenläuten der I und III hervorgerufene Überschneidung mit Schlagton-Prime der III ist erträglich und im Gesamtgeläut kaum mehr festzustellen. 
Die Vibrationskapazität der Glocken liegt etwas über dem in den Richtlinien für Stahlglocken der entsprechenden Höhen geforderten Soll.