Adamah (Bericht):Kirche kann auch komisch

Thomas Alt (links) und Markus Lüke-Artelt (rechts) sind seit über 30 Jahren unter dem Namen „Duodorant“ als (wie sie selbst sagen) Hobby-Kabarettisten unterwegs. Seitdem sind sie auf allen Katholikentagen und vielen Kiirchentagen aufgetreten. Auch in Würzburg haben sie über Christi Himmelfahrt wieder zwei Gastspiele auf dem Katholikentag.. Vorher haben sie noch einen Zwischenstopp in Langernfeld eingelegt.

Thomas Alt ist Diplom-Pädagoge, Markus Lüke-Artelt Diplom-Informatiker. Ihre gemeinsamen Kabarett-Wurzeln liegen in der Katholischen Hochschulgemeinde in den Dortmund in den Neunzigern. Also: Keine Profis, insbesondere keine Volltheologen, denen aber ihr Glauben und ihre Kirchen - die katholische und die evangelische - am Herzen liegen. Die zeigen wollen, dass Kirche auch komisch sein kann. Oder, wie es selbst beschreiben: " (...) mit kirchlichen Themen, aber auch mit Politik und den Höhen und Tiefen des Alltags zwischen Tiefsinn und Schwachsinn mit ein wenig Musik und dem ein oder anderen Denkanstoß."

Ihr neues Programm, das ständig aktualisiert wird - eine Nummer war gar eine Weltpremiere - führt die beiden "zurück aus der Zukunft", genauer: aus mehreren möglichen Visionen, wie sich Kirche entwickeln kann. Keine davon ganz überraschend, keine uneingeschränkkt positiv - aber am Ende steht eine Haltung. Davon weiter unten mehr.
Manchmal muss man sich einfach vor Augen führen lassen, wie im Jahr 2050 das großdeutsche Fusionsbistum die letzten verbliebenen Priester per Hubschrauber quer durch die Republik disponieren muss oder der letzte verbliebene Priesteramtskandidat ausgerechnet ein Geistesverwandter von Hape Kerkelings - ebenso begriffsstutziger wie bebrillter - Kunstfigur Siegfried Schwäbli ist.
Aber dann wird es auch sentimental, wenn Thomas Alt die Steine der abgerissenen Kirchen und vor allem die damit verbundenen Erinnerungen besingt.
Oder albern, wenn beide ganze Dialogketten beim Friseur oder Arzt abfeuern und dabei ausschließlich Markennamen oder geographische Begriffe verwenden.
Am Ende - und nach einer starken zweiten Hälfte - steht die Botschaft, dass die Zukunft nicht zuletzt an uns liegt, unterstützt durch einen Gott, "der lacht, weint und singt". Und dessen Heiliger Geist uns begleitet. Diese Botschaft wird "Duodorant" nach Würzburg tragen. 75 Besucher in Langenfeld konnten sie schon ein paar Tage vorher mit nach Hause nehmen.