Kirchenmusik (Bericht):Festliches Konzert „Klang der Zeit“ in der Stadtkirche St. Josef

Gospel - Romantik - Klassik – Moderne – unter dieser Überschrift stand das festliche Konzert am 11. Oktober in der Stadtkirche St. Josef. Diese vier Klangwelten miteinander zu verbinden und in einer Aufführung zu präsentieren, ist nicht leicht. Doch am Sonntag, 11. Oktober, ist dies allen Beteiligten in hervorragender Weise gelungen. Kurz nachdem sich die Türen der Kirche für den Einlass zu diesem Konzert geöffnet hatten, waren die Plätze auch schon besetzt. Eine Besucherin meinte auf dem Vorplatz: „Ich bin gespannt auf dieses Konzert und freue mich so sehr darauf. Das wird bestimmt ganz toll.“ Sie sollte recht behalten.
Unter der Gesamtleitung von Kantor Matthias Krella wurden die Gospelmesse „Sing to God“ von Kai Lünnemann, ein Konzert für Orgel und Orchester von Joseph Gabriel Rheinberger, zwei a-cappella Gesänge von Gjeilo und Thompson und die Kantate „Christus, der himmlische Phönix“ von Hans-André Stamm aufgeführt.
Umgesetzt - gesungen und gespielt - wurden diese Werke vom Chor „ImPuls“, dem Chorensemble „ad libitum“ und Mitgliedern der Bergischen Symphoniker. Darüber hinaus rundeten Solistinnen und Solisten mit ihrem Gesang und an ihren Musikinstrumenten das Konzertensemble ab.
Die vier- bis fünfstimmigen Chorsätze der Gospelmesse wurden durch die Solistin Thea Seibert von Fock bereichert und gaben klang- und schwungvoll die unterschiedlichsten Facetten typischer Gospel-Stilrichtungen wieder. Diese Messe bietet sich an, Gottesdienste und Chorkonzerte mit neuen Impulsen zu beleben.

Das dargebotene Orgelkonzert, umgesetzt durch Sarah Kim an der Orgel und den Mitgliedern der Bergischen Symphonikern, teilte sich in drei klassische Sätze auf. Ein getragener Einleitungssatz, ein ruhiger, lyrischer Mittelsatz und den lebhaft, bewegten Schlusssatz. In diesem Konzert konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer eindrucksvoll die Verschmelzung der Klangwelt der Orgel mit dem Orchesterklang in dem Kirchraum erleben.
Das Chorensemble „ad libitum“ trug folgend a-cappella das „Ubi Caritas“ von Ola Gyeilo vor. Durch die vom Komponisten vierstimmige Vertonung wurden gregorianische Einstimmigkeit mit modernen, fließenden Harmonien verbunden. Als zweites Werk erklang das „Alleluia“ von Thompson. Das Stück verwendete ausschließlich das Wort „Alleluia“, gefolgt von einem finalen „Amen“.
Ein größeres Werk erklang mit der Kantate „Christus, der himmlische Phönix“ von Hans-André Stamm. Er hat diese Kantate für Chor, Solostimmen, Orgel und Orchester geschrieben. Stamm hat damit ein außergewöhnliches Werk geschaffen. Die Komposition basiert auf einem Gedicht aus dem 17. Jahrhundert.

Das Konzert und die vorgetragenen Werke durch Chöre, Orgel und Orchester begeisterten die Konzertbesucherinnen und -besucher so sehr, dass es stehenden und langanhaltenden Applaus als Dank an alle Beteiligten gab. Die Präzision und Leichtigkeit, mit der die einstudierten Kompositionen vorgetragen wurden, zeugten von langer Probenarbeit – aber auch von einer Begeisterung der Sängerinnen und Sänger sowie der Musikerinnen und Musiker für diese Musik und das Konzert.
Matthias Krella schrieb im Programmheft:
„Mit diesem Programm möchte ich noch einmal unterschiedliche Stile der Kirchenmusik darstellen. Wir Kirchenmusiker sollen uns ja in vielen Genres der Musik auskennen. So sollte man immer zwischen gut gemachter und weniger guter Musik welcher Stilrichtung auch immer abwägen. Heute kommen vier wichtige Elemente kirchenmusikalischer Praxis zur Aufführung.“
Krella sollte recht behalten. Es waren Elemente der Kirchenmusik, die fesselten und begeisterten. Es war ein Querschnitt aus Gospel, Romantik, Klassik und Moderne. Ein sehr begeisterndes Konzert des Freundeskreises für Kirchenmusik an St. Josef. Der Dank der Besucherinnen und Besucher galt allen, die hierfür lange Zeit gearbeitet und geprobt haben und auch denen, die es durch ihre Unterstützung möglich gemacht haben.
Pfarrer Dr. Alexander Krylov griff am Ende des Konzertes spontan zum Mikrofon und bedankte sich bei allen Beteiligten für dieses Konzert und insbesondere seinem Kantor Matthias Krella. „Sie sehen, dass sie durch ihr Konzert den Menschen sehr viel Freude gebracht haben, alle sind begeistert und wir danken Ihnen für diese zwei Stunden schöner und begeisternder Musik.“