Tabernakel

Die Umrandung des Tabernakels wurde von dem Solinger Künstler Henryk Dywan geschaffen. Sie stellt den brennenden Dornbusch dar, den Moses im Alten Testament sieht, als er Tiere in der Nähe des Gottesbergs Horeb weidet. Der brennende Dornbusch ist häufig der Ort, an dem Jahwe erscheint: „Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht.”

Als Moses sich nähert, um das seltsame Phänomen zu erkunden, spricht Gott ihn aus dem Dornbusch heraus an, um ihm seine zukünftige Aufgabe mitzuteilen: „Der Herr sagte: Komm nicht näher, leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.” Nun erteilt er Moses, der sein Gesicht verhüllt hat, den Auftrag, das Volk aus Ägypten heraus ins gelobte Land zu führen (Ex 3, 1 ff).

Eingebettet in die vier Ecken des Tabernakels finden sich Cherubime (= das Paradies bewachende Engel), die den Tabernakel als den Ort bestimmen und bewachen, an dem Gott in der Gestalt des Brotes anwesend ist.

Die vergoldete Platte, die die Tür des Tabernakels schmückt, gibt die Emmaus-Szene wieder, die auch an der Rückseite des Altars dargestellt wird und den Augenblick zeigt, wo der auferstandene Jesus mit seinen Jüngern das Brot bricht (Lk 24, 13-24).

Diese Platte schmückte früher die Frontseite des Hochaltars, wie auf alten Abbildungen zu sehen ist und wurde für den Tabernakel in der Mitte geteilt.

 

Text: Waltraud Göhausen, Paul Till;    Foto: Wilfried Kehr